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Wie kam es eigentlich zum Chorgesang?
Dem ritterlichen Minnesang des Mittelalters folgte Anfang des 13. Jahrhunderts der
Meistersang. 1207 versammelte Landgraf Philipp von Thüringen die bedeutendsten Dichter und Sänger seiner Zeit, so u.a. Heinrich von Hausen, Walther v.d. Vogelweide, dem eigentlichen Vater unserer
heutigen Gesangvereine, und Wolfram v. Eschenbach zu einem edlen Wettstreit an seinem Hof. Es war der historisch belegte Gesangs-Wettstreit, und Wolfram v. Eschenbach ging als Sieger daraus hervor. Die
dichterisch-musikalische Verarbeitung dieses Meistersanges finden wir in Richard Wagners "Tannhäuser" und "Sängerkrieg auf der Wartburg".
Der deutsche Meistersang hat seine
Verbreitung vornehmlich von Mainz/Rhein aus genommen. Man denke nur an Heinrich von Meißen und seine Dichtung "Zum Lob der Frauen (Frauenlob)". Durch ihn kam die neue Art der Dichtung und des
Gesangs nach Süddeutschland, nach München, Augsburg, Nürnberg, Ulm und Straßburg, um nur einige Stationen zu nennen. Überall gründeten sich Meistersangschulen, deren letzte erst 1839 in Ulm aufgelöst
wurde. Stätten für Meistersänge waren vor allem Kirchen und Festwiesen. Auf erhöhten Plätzen saßen die Zunftmeister und hinter Vorhängen die Merker, die Ahnen unserer heutigen Jury bei gesanglichen
Wettstreiten.
Zu den Großen der Meistersinger gehören Michael Behaim aus Sulzbach/Württ. und der Nürnberger Hans Sachs, dessen Gestalt in der Wagner-Oper "Die Meistersinger von
Nürnberg" verewigt ist.
Später dann, als der Minnesang längst verstummt und auch die Hoch-Zeit des Meistersangs vorüber war, entstanden die ersten Volkslieder. Nicht zu vergessen sind die in
den Kirchen nach der Reformation entstandenen geistlichen Lieder und Choräle. Die Menschen hatten das Bedürfnis, das, was ihre Herzen bewegte, ob Lust oder Traurigkeit, Begeisterung für einen Helden oder
einen religiösen Gedanken, in Worten, Liedern oder zumindest in Melodien zum Ausdruck zu bringen.
Irgendwer sang, was ihn erfüllte, ein anderer fand Gefallen daran und sang mit, und so machte das
Lied die Runde, bis es schließlich Allgemeingut war.
Die ersten vierstimmig gesungenen Volkslieder kamen um die Wende des 18. Jahrhunderts auf.
Sammlungen solcher Lieder verdanken wir vor
allem Heinrich v. Brentano, Achim v. Arnim, Ludwig Uhland und Rochus v. Liliencroin, der 1806 das erste Volksliederalbum für Männerchöre herausbrachte.
3 Jahre später, 1809, gründete Karl
Friedrich Zelter den ersten deutschen Männerchor, die "Berliner Liedertafel".
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